Finde das Leben, das du leben willst

Ein multimediales Projekt in der Oberstufe

Stefan Merkl - Gymnasium am Deutenberg

Eine der größten Herausforderungen des heutigen Unterrichts ist es, den Inhalt exemplarisch zu gestalten, Lerninseln zu schaffen und durch Handlungsorientierung die Schüler an das eigene Tun heranzuführen.



Im hier beschriebenen Projekt wurde das iPad als kreatives Instrument verwendet, die Schüler wurden an Aspekte der Filmgestaltung herangeführt und entwickelten zu einem selbst geschriebenen Song ein Video.


Im ersten Arbeitsschritt wurden mehrere Songs aus dem Bereichen Pop und Hiphop bezüglich ihres Formverlaufs und ihrer Struktur analysiert. Des Weiteren wurde die Wichtigkeit des zu Grunde liegenden Drumbeats herausgearbeitet. Einige wurden transkribiert und live umgesetzt.

Der nächste, praktische Arbeitsschritt wurde dann mit Hilfe von iPads vollzogen. Als Sequenzer-Programm wurde das Apple eigene "GarageBand" verwendet. Durch seine klare Strukturierung und intuitive Handhabung ist es besonders für den Einsatz in der Schule geeignet. Die Schüler wurden mit einem 5-fachen Kopfhörer-Adapter ausgestattet, sodass die Gruppenarbeit in einem Klassenraum stattfinden konnte.


Nach einer Einführung in das Handling des Programms arbeiteten die Schüler nun sechs Stunden an einem eigenen Song, der die Formteile Intro, Strophe, Refrain und Outro beinhalten sollte.


Nach Beendigung dieser Phase wurden alle Ergebnisse diskutiert und das beste Ergebnis wurde als Grundlage für den nächsten Arbeitsschritt genommen.


Hier wurden die Komplexität und die anspruchsvolle rhythmische Gestaltung moderner Hiphop-Texte aufgezeigt. Begriffe wie Synkope, Cross Rhythm und Polyrhythmik wurden eingeführt, aber auch sprachliche Stilmittel wie Metapher, Anapher, Alliteration etc. Auf der Gestaltungsebene wurden Binnenreim, Enjambement und verschiedene Reimformen besprochen. Hieraus ergaben sich Anknüpfungspunkte zum Deutschunterricht der Oberstufe.


Die darauf folgende Arbeitsphase richtete sich auf die Textproduktion. Ausgehend von der Erlebniswelt der Jugendlichen diente die eigene Situation als Grundthema: Abschluss eines Lebensabschnitts und Aufbruch in einen neuen. Auch hier wurde das beste Ergebnis ausgesucht und in den nächsten Arbeitsschritt integriert. 


Mit Hilfe der App "Auria" wurde nun das iPad in ein portables Studio verwandelt. Über ein Interface wurde das Mikrofon angeschlossen und über dieses direkt in das iPad aufgenommen. Interessant hierbei war, dass die Textautoren nicht selber als Interpreten fungierten. Hintergrund dieser Vorgehensweise war, dass sich die Schüler/innen entsprechend ihrer Talente und Kompetenzen unterschiedlich in das Projekt einbrachten. Diese Maßnahme zur Differenzierung fördert die Teamarbeit und bewirkt eine höhere Produktqualität.

Nachdem der Song mit Hilfe von "Auria" abgemischt war, kam nun der letzte Arbeitsschritt: Videoproduktion.


Entsprechend der oben beschriebenen Vorgehensweise wurden auch hier einige Musikvideos analysiert, um den Schülern Ideen für ein eigenes Storyboard zu geben.


Mit dem besten Storyboard ging es auf eine zweitägige Exkursion nach Stuttgart, um dort das Video zu drehen.


Auch hier wurden die Kompetenzen der Schüler abgerufen. Eine Schülerin erstellte für den Refrain eine Choreografie, da sie jahrelang als Hiphop-Tänzerin ausgebildet wurde und schon viele Choreografien entworfen hatte.

Audiospur und Videospur wurden nun mit Hilfe des Videoschnittprogramms "Magix" in die vorliegende Form gebracht.


Hierfür wurden die Laptops des Kreismedienzentrums verwendet. Ebenso hat das Kreismedienzentrum einen Satz iPads für das Projekt zur Verfügung gestellt.